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Image Stabilizer (IS), oder: braucht man diese Feature?

 

Eine gute erste Erklärung und sinnvolle Animation zur IS-Funktion bei Canon findet man hier:

http://www.canon.com/camera-museum/tech/room/f_index.html

 

TECHNIK:

IS kann im Tele-Bereich sinnvoll angewendet werden, um bei zu langen Verschlusszeiten (gemäß Daumenregel kleiner als 1/Brennweite) ein "Wackeln" der Fotoeinheit (Kamera+Objektiv) zu kompensieren.

IS kann keine (!) Bewegungsunschärfe auffangen, sondern hilft lediglich die Fotoeinheit ruhiger zu halten, um damit die Verwacklungsunschärfe so gut es geht auszuschließen.

 

ANWENDUNG:

Lange Verschlusszeiten (in Relation zur Brennweite) hat man meist dann, wenn nicht genügend Umgebungslicht vorhanden ist. Man möchte letztlich mehr Licht auf den Sensor bekommen, z.B. in den Abendstunden.

 

Hat man kein Stativ bei der Hand oder zu wenig Zeit es aufzubauen, dann braucht man unter normalen Umständen bei 200mm Brennweite und 1/60s Verschlusszeit kein Foto zu machen, denn es wird gemäß der Daumenregel sehr wahrscheinlich verwackelt sein. [über Blitz & ASA-Wert kann man natürlich auch nachhelfen - alles mit spezifischen Vor- und Nachteilen, die hier aber nicht Thema sind]

 

Mit IS und der immer noch sehr wichtigen "ruhigen Hand" hat man bessere Chancen bei diesen Umständen ein scharfes Foto zu erzielen.

 

FAZIT: IS erweitert die Chancen im Bereich "zu langer" Verschlusszeiten die Verwacklungsunschärfe zu vermeiden und somit ein scharfes Foto hinzubekommen. Die Technik hilft auch beim bei Super-Teles (z.B. 400mm 2,8) das Sucher-Bild ruhiger zu halten, was z.B. bei Flugzeugaufnahmen ganz angenehmen sein kann.

 

KAUFEN?

IS ist letztlich eine Option, die man mehr oder weniger gebrauchen kann. Optionen haben aber auch immer den Charakter, dass man ausnutzt, was man hat. Dies führt häufig zu sinnlosen Diskussionen zwischen IS-Besitzern ("braucht man unbedingt") und Nicht-IS-Besitzern ("braucht kein Mensch"). Beide haben Recht, denn sie haben sich beim Fotografieren an die jeweils vorhanden Möglichkeiten angepasst.

 

Die Entscheidung pro/contra IS, wird damit sicherlich nicht einfacher. Letztlich steht die Frage, ob man in die erwähnten Situationen kommen kann bzw. will und ob einem diese Option das Geld wert ist - jeder möge für sich entscheiden.

 

PERSÖNLICHE ERFAHRUNG:

Ich persönlich habe drei Objektive mit IS. Meine Philosophie bei Objektiven geht eher in die Richtung des Einkaufs der zusätzlichen Option. Objektive hat man viele viele Jahre, wenn nicht sogar ein Leben lang. Und wer weiß, was sich in der Zukunft an Aufnahmesituationen ergibt.

 

Praktisch habe ich viele Aufnahmen im Privatbereich mit IS gemacht, so z.B.als wir am Abend auf der Terrasse saßen und die Kinder im Garten spielten. Mit IS konnte ich aus sicherer Entfernung, d.h. ohne die Kinder zu stören, spontan Fotos von den Kindern in der Abendsonne machen.

 

TECHNISCHE DETAILS

Noch zwei Ergänzungen:

 

Freiheitsgrade:

Jede Bewegung im (euklidischen) Raum kann auf eine drei- dimensionale Bewegung zurückgeführt werden ("Vektor"). IS fängt bei Verwacklungen im Raum dabei die horizontal & vertikal Richtung ab. Die dritte Dimension, d.h. entlang des Objektivs stört die Aufnahme nicht, so lange das Objekt im Bereich der Tiefenschärfe bleibt (Besitzer von Lupenobjektiven würden sich sicherlich ein IS für diese Dimension wünschen). IS deckt damit im vorgesehenen Bereich alle notwendigen Gegenbewegungen ab.

 

Stativ und IS-Einsatz

Die Linsenbewegung wird durch Voice Coils erzeugt. Dies sind kleine Spulen mit Magnet. Die Regelung und Positionierung dieser Coils ist aber von der Ansteuerung her sehr komplex und damit nicht immer so perfekt wie man sich das wünscht bzw. die Werbung darstellt. Für ein System, das Schwingungen dämpfen soll, gibt es keinen schlimmeren Zustand, als keine Schwingung. Denn dann tritt ab und an der Fall ein, dass das Signal-Rauschen im System (ja, nicht nur der Sensor rauscht) zu Fehlregelungen führt. Die einfachste technische Lösung für das Problem ist daher für den Stativfall: IS ausschalten.

 

Mitziehen / Panning:

Wer das Objektiv mit einem bewegten Objekt mitzieht und IS aktiviert hat, dem schlägt die Technik ein Schnippchen. Die Gyro-Sensoren detektieren eine horizontale Abweichung und versuchen gegenzuhalten - die Aufnahme wird nicht wie gewünscht. Daher kann man die horizontale Korrektur ausschalten (Canon: Mode 2).

 

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